Elektro-Pop vom Allerfeinsten – AIR in der Mainzer Phönixhalle

Schneefall, Eisregen und ungemütliche Temperaturen… Eigentlich ein Abend, an dem man zu Hause die Füße hochlegen sollte – und froh ist, nicht mehr ins Auto steigen zu müssen. Eigentlich. Denn am 01. Februar machten die französischen Elektropop-Ikonen von AIR nach vielen Jahren der Abstinenz wieder einmal Station in Mainz. Und das ist definitiv ein Grund, die heimische Comfort-Zone zu verlassen – trotz des Schmuddelwetters.

AIR, das sind Jean-Benoît Dunkel an den Keyboards und Nicolas Godin an Gitarre und Bass. Zum Konzert am Montag hatten die beiden Verstärkung durch Drummer Joey Waronker mitgebracht, der bereits beim aktuellen Album „Love 2“ mit im Studio war. Bekannt sind die Franzosen für ihre sphärischen Klänge, ihre analogen Synthesizer-Sounds und einen sehr harmonieverliebten Musikstil, den vor allem die Werbebranche gerne nutzt – was eindeutig für die Franzosen und ihre eingängigen Songs spricht.

Die Phönixhalle ist angenehm gefüllt, das Publikum gemischt, als AIR um kurz vor 21 Uhr auf die Bühne kommen – und gleich ihr Bestes geben, um die vom Winter geplagten Mainzer Zuhörer mit weichen Klangteppichen zu wärmen. Anfangs noch etwas zaghaft. Doch nachdem sich die Jungs eingegroovt haben, steigern sie das Tempo von Song zu Song. Dabei fällt vor allem das Schlagzeug positiv auf, das vielen – auch und gerade den älteren – Tracks wie „Cherry Blossom Girl“ oder „Kelly Watch The Stars“ neues Leben einhaucht – und das Auditorium im Kollektiv tanzen lässt. Doch es geht weiter. Mal extrem relaxed, dann wieder richtig rockig und schnell. Fast schon atemlos verwandelt sich der eher zahme Song „Talisman“ in ein furioses Duell zwischen Bass und Fender Rhodes Piano, getrieben durch das omnipräsente Schlagzeug. Ist das noch zu toppen? Aber ja! Zwar ist die Show nach rund 70 Minuten vorbei, doch nur vorerst. Denn die Franzosen lassen die Synths und den Bass noch einmal aufheulen und geben als „Grand Finale“ drei Zugaben, darunter die Songs „Sexy Boy“ und den Titeltrack des „Moon Safari“-Albums von 1998 „La Femme D’Argent“. Letzterer in einer fulminanten Version – und unter vollem Einsatz der Synthesizer. Fast schon in Trance steht Jean-Benoît Dunkel an seinen analogen Schätzen und entlockt ihnen immer schnellere, immer abgefahrenere Sounds. Geht noch einer? Nein. Definitiv nicht. Das war ein gekonnter Höhepunkt, dem nichts mehr hinzuzufügen ist. Die Fans sind glücklich und zufrieden – das Eis ist gebrochen. Nur nicht vor der Halle, denn da wartet er schon wieder: Der Winter. Mit Schnee, Kälte, Eis und allem was dazugehört. Und jetzt: Nichts wie ab nach Hause!

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