Groovy, groovy, jazzy, funky: Neues Album der Wiesbadener Groove Jazz Fanatics

rhythmofmysoul_rustyPiano, Bass und Schlagzeug. Manchmal braucht es nichts weiter als die klassische Jazz-Trio Besetzung, um richtig gute Lounge-Musik zu machen. Äh… Lounge-Musik? Das ist doch der Dudel-Kram mit Gute-Laune-Zwang und Betont-lässigen Titeln, die alle nach mittelmäßigen Drei-Sterne Unterkünften auf den Balearen klingen?

Ja – und nein. Denn auch und gerade mit dem Jazz-Trio lässt sich entspannte Musik machen – und zwar mit ein klein wenig mehr Anspruch als die 3,99 Euro Compilations vom Wühltisch versprühen. So geschehen beim neuen Album „Rhythm Of My Soul“ der Wiesbadener Band Groove Jazz Fanatics. Denn da ist der Name Programm.

Elf Songs befinden sich auf dem frisch produzierten Longplayer – alles Eigenkompositionen aus der Feder von Mastermind Andreas Hertel, der schon seit vielen Jahren die Jazz-Szene im Rhein-Main-Gebiet mit zahlreichen Projekten und Konzerten prägt. Je nach Song wechselt er zwischen eingängigen Melodien am Klavier und knackigen Akkorden am Fender Rhodes. Dadurch bekommen die Songs einen teils harmonieverliebten, teils aber auch derbe swingenden Einschlag. Besonders gefallen Andreas Hertels anspruchsvolle wie akzentuierte Improvisationen.

Getrieben und getragen werden die Kompositionen durch die groovenden Rhythmen von Johann Tiefenthaler an den Drums. Dabei bleibt das Schlagzeug meist dezent im Hintergrund legt damit die perfekte Grundlage für Piano und Bass, jedoch zeigt Tiefenthaler – beispielsweise bei Track sieben „Up To You“ oder bei Track neun „Kurz und schmerzlos“ – mit ein paar großartigen Solo-Einlagen, was er drauf hat. Und auch Joey Becker, der für den E-Bass verantwortlich zeichnet – überzeugt durch seine Vielseitigkeit: Mal ein melodischer Walking-Bass, mal eine dezent gezupfte Ballade wie bei „Gospel“. Alles passt, alles groovt – und alles ist eingängig.

Kennengelernt haben sich die Musiker bei gemeinsamen Auftritten in der Jazzszene, vor einigen Jahren entstand dann die Idee, etwas gemeinsam zu machen. Das Ergebnis: Der soulige, groovige Jazz von „Rhythm Of My Soul“, der gekonnt den Bogen von Jazz zu Swing zu Soul zu Funk spannt. Und auch wenn Hardcore-Jazzer vielleicht hier und da die Augen verdrehen werden: Das Album ist der beste Beweis dafür, wie facettenreich der Jazz heute betrachtet werden kann und sollte. Darum ist der Longplayer made in Germany auch und gerade all denjenigen zu empfehlen, denen der Zugang bisher gefehlt hat.

Am 19. Oktober wird das Album übrigens um 19.30 Uhr im Taunussteiner Salon-Theater live vorgestellt.

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