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Wiesbaden – Havanna – Wiesbaden in 110 Minuten: Eliades Ochoa & El Grupo Patria im Kurpark

„Meine sehr verehrten Damen und Herren: Bitte bringen Sie zum Start ihren Sitz in eine aufrechte Position und schnallen Sie sich fest“ – wir heben ab nach Kuba! Karibik, Sonne, dicke Zigarren und der typische „son cubano“, die Musik Kubas, die Dank Musikern wie Ibrahim Ferrer, Omar Portuondo – und nicht zuletzt Eliades Ochoa – seit einigen Jahren in der ganzen Welt eine echte Renaissance erlebt.

Der Flieger, pardon, das Konzert von Eliades Ochoa und der Grupo Patria am Abend des 31. Juli ist schon lange ausverkauft, das Publikum wartet gespannt auf den „kubanischen Johnny Cash“, den Mann mit der Gitarre und dem schwarzen Hut. Und „Kapitän“ Ochoa legt mit seiner sechsköpfigen Crew gleich vom Start weg richtig los, bietet den Zuhörern einen tollen musikalischen Abend voller Herzschmerz und Emotion. Das Unterhaltungsprogramm „an Bord“ lässt keine Wünsche offen. Natürlich dürfen dabei auch die bekannten Klassiker des Buena Vista Social Clubs nicht fehlen: Bei „Chan Chan“ summen die Ersten mit, als die Band die zweite Konzert-Hälfte mit „El Carretero“ eröffnet, wird sogar vereinzelt mitgetanzt. Zwar noch im Hintergrund – aber der Bann scheint gebrochen. Mehr und mehr Paare und sogar Einzelpersonen kommen nach vorne.

Einzig das mit den elektronischen Geräten an Bord scheinen nicht alle verstanden zu haben: Ständig werden die Blackberrys oder Kompaktkameras gezückt, dauernd blitzt es von irgendwo. Doch Ochoa, der sich nach jedem Lied mit „Gracias a la grande familia“ bei seinen Zuhörern bedankt, zeigt sich davon völlig unbeeindruckt. Kurz vor dem „Landeanflug“ dürfen dann noch mal alle Bandmitglieder ran: Es hagelt gut gemachte Soli, sogar Sänger und Maraca-Spieler Eglis Ochoa Hidalgo darf eine Einlage mit den Rumbanüssen zum Besten geben. Obwohl die Parkposition noch nicht endgültig erreicht ist, steht das Publikum komplett, feiert, tanzt und klatscht, die Stimmung ist auf dem Siedepunkt. Nach einer Zugabe – ab Punkt 22 Uhr ist Schluss im Kurpark – öffnen sich die Türen. Doch anders als im Flieger hat niemand Eile. Die kubanische Sonne im Herzen, treten die begeisterten Gäste den Heimweg an.

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So klingt der Sommer 2010 (im Rheingau)

Nein, bitte keine Analogien zum ähnlich klingenden Werbespruch der Eishersteller aus Hamburg mit dem rot-weißen Logo. Denn Kenner wissen, dass mein Herz für Mövenpick Eis schlägt! Macao rulez!!! Aber ich schweife ab. Am 26. Juni 2010 startet das 23. Rheingau Musik Festival – und das verheißt Musik von Klassik bis Jazz auf höchstem Niveau – an den schönsten Spielplätzen im Rhein-Main-Gebiet. Zum Beispiel das Zisterzienserkloster Eberbach, der Gutshof von Schloss Johannisberg, die traumhafte Kulisse von Schloss Vollrads oder der Wiesbadener Kurpark. In diesem Jahr finden bis Ende August genau 153 Konzerte an 42 Spielstätten statt. Grund genug, sich mit einigen Terminen mal genauer aus einander zu setzen.

Als meine persönlichen Highlights sind definitiv die folgenden zu nennen: Zum einen Ausnahmedrummer Manu Katché, der schon seit drei Jahrzehnten mit Künstlern wie Tracy Chapman, den Bee Gees oder Mark Knopflers Dire Straits gearbeitet hat. Er tritt am 11. August seiner eigenen Band vor dem altehrwürdigen Schloss Vollrads bei Oestrich-Winkel auf der Seebühne und unter freiem Himmel auf.

Unter dem Motto „Live im Park“ gastiert Michael Kaeshammer am 30. Juli in den Wiesbadener Kurpark. Über sein vor einigen Monaten erschienenes Album „Lovelight“ hatte ich ja bereits einen Post geschrieben. Zusammen mit seiner Band bringt der fast schon unverschämt talentierte Jazzer einen Mix aus Jazz-Pop, Boogie-Woogie und fetzigen Improvisationen mit in die Landeshauptstadt.

Nur einen Tag später, am 31. Juli, gastiert Eliades Ochoa im Wiesbadener Kurpark. „Eliades wer?“ wird jetzt vielleicht der ein- oder andere fragen. Aber: Die meisten werden ihn schon kennen – denn er ist einer der Hauptakteure des bekannten Buena Vista Social Clubs. Dem Gitarristen, der zusammen mit der Band El Grupo Patria auftritt, eilt der Ruf voraus, der „kubanische Johnny Cash“ zu sein. Man darf also gespannt sein auf einen Abend mit kubanischer Musik – der leider zum jetzigen Zeitpunkt schon ausverkauft ist. Aber vielleicht kommen auch Zaungäste zumindest in den akustischen Genuss des Auftritts!

Wer auf Big Band-Sound steht, wird am Vormittag des 04. Juli auf Schloss Johannisberg mit Viktoria Tolstoy, die von der Big Band der Bundeswehr begleitet wird, seine Freude haben. Auf der Playlist stehen dabei Songs von Stevie Wonder, dem knurrigen „Belfast Cowboy“ Van Morrison oder Paul Simon. Traditionell huldigt die „Ladies‘ Night“ beim Rheingau Musik Festival zwei großen weiblichen Jazz-Stimmen. In diesem Jahr sind es die aus Malawi stammende Malia und die „New Queen of Swing“ Clare Teal. Das Konzert findet am 03. August statt – ebenfalls auf der Seebühne von Schloss Vollrads.