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„Habt Ihr Bock auf Ibiza?!“

cocobeachibiza3_rustyNein, es ist nicht der legendäre Ausruf von DJ-Urgestein Sven Väth, der Thema dieses Posts sein soll – aber die grobe geografische Richtung stimmt schon einmal. Mittelmeer. Balearen. Ibiza. Die Partyinsel schlechthin.

Viele Beachclubs, viele Clubs, viele Menschen auf der Suche nach Erholung, Erleuchtung oder Euphorie. Und mittendrin: Der Coco Beach Club, direkt gelegen an der Platja d’en Bossa. Rechtzeitig zum Start in den Sommer und zum 10 jährigen Jubiläum des Clubs, in dem man nicht nur entspannen und sonnen, sondern auch gut essen kann, erscheint Coco Beach Ibiza Vol. 3, zusammengestellt von Coco Beach Resident DJ Paul Lomax.

Das Ergebnis: Ein gelungener Mix aus aktuellen Lounge-Tracks und entspannten Deep House Songs, darunter Sounds von Marlon Hoffstadt, Stee Downes, Nicone & Sascha Braemer, Dino Lenny, Nolan feat. Amber Jolene, Artenvielfalt feat. NatNat, Worakls, Chopstick & Johnjon, Kant und noch vielen mehr. Anspieltipp: „Good Morning“ von Rufus & P – mit Gute Laune-Garantie. Und damit sind wir irgendwie wieder bei Sven Väth, denn der Satz „Guuude Laune, Alder“ entstammt ebenfalls der legendären Partynacht auf der Timewarp 2006.

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Eine kleine Nachtmusik – Slackwax mit erstem eigenen Album „Night Out“

Slackwax: Night Out„Slackwax? Nie gehört!“, mag der ein oder andere Leser sicher denken. Doch die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass der geneigte Fernsehzuschauer schon mehrfach in Kontakt mit Songs des Nürnberger Produzenten Peter Hoppe und Bassisten Bernd Batke gekommen ist. Denn die beiden Franken haben in den vergangenen Jahren den ein oder anderen TV-Spot für süddeutsche Nobelkarossen oder Pariser Modelabels musikalisch untermalt.

Doch was genau erwartet den Hörer auf „Night Out“? Ein entspannter, manchmal auch groovender Cocktail aus herrlich-schrammeligen Rhythmen vom Sampler, swingenden Gitarrenriffs und teils freakigen, aber nicht minder lyrischen Vocals, garniert und abgeschmeckt mit einem Schuss Country. Oder um es kurz zu machen: Der perfekte Soundtrack für den Absacker in der Bar. Und zwar nicht in der nächstbesten, Hipster-verseuchten Szenebar, sondern eher in einer jener stilvollen Bars, in denen die Barkeeper noch richtige Cocktails ohne Fusel servieren – und die schon da waren, als die nervigen Nerdbrillen-Träger und Tannenzäpfle-Trinker noch gar nicht geboren waren.

Titel wie „Midnight“ oder „Dying Day“ lassen es ahnen: Die Songs sind für Nachtschwärmer gemacht, scheinen sie doch direkt aus einer verregneten Nacht auf CD geflossen zu sein.

Auf „Night Out“ sind ein paar echte Juwelen vereint, darunter der herrlich treibende und mit Bläser-Samples verzierte Titeltrack. Wer ganz genau hinhört, kann die liebevoll eingewobenen Zitate von „Riders On The Storm“ aus der Feder von The Doors mit dem Fender Rhodes entdecken. Aber auch einige wirklich großartig gemachte Coversongs sind zu finden: Zum Beispiel Willie Nelsons „On The Road Again“, der zwar unter vehementem Slide-Guitar-Einsatz stark auf Country macht, dabei aber trotzdem nicht anbiedernd und gleichzeitig angenehm modern wirkt – alle Achtung! Freunde der „neuzeitlichen“ Musik sei die Akustik-Version von Mousse T’s und Tom Jones’ „Sex Bomb“ ans Herz gelegt – und auch die 1980er haben ihren Eingang in den Longplayer gefunden: Mit einer piano- und gitarrenlastigen Interpretation von „Such a Shame“ als letztem Track verabschieden sich die Nürnberger Musiker in die Stille der Nacht.

Bleibt nur zu hoffen, dass bald mehr von dieser exotischen Mischung unsere Musik beherrscht. Meinen CD-Player im Auto für die nächste Fahrt nach Sonnenuntergang haben sie jedenfalls im Sturm erobert…

Meckern auf hohem Niveau: Pit Baumgartner präsentiert neues Projekt „Quicksand“

Preisfrage: Wie beschreibt man ein Album, das die Plattenfirma als „Next Door Pop“ klassifiziert? Zugegeben, so wirklich aussagekräftig ist diese Genrebezeichnung nicht. Das Album „Economic Poetry“ dafür um so mehr. Verantwortlich dafür zeichnet kein geringerer als Pit Baumgartner, seines Zeichens auch der Produzent von De-Phazz. Mit Quicksand hat der umtriebige Musiker nun sein nächstes Projekt in Angriff genommen. Und der typische Baumgartner-Sound, der mit warmen Harmonien, jazzigen Improvisationen und jeder Menge Grooves gewürzt ist, findet sich in jedem Song, jedem Refrain und jedem Takt wieder. Mit dabei: Ein ganzes Orchester von Piano bis Panflöte, von Tabla bis Trompete – Jazz-Gitarre, Mundharmonika und eingängige Bassläufe sowieso. Aber auch jede Menge perkussive Instrumente, die Songs wie „Say Good-Bye To Cinderella“ fast etwas weltmusikalisches verleihen, sind mit von der Partie.

Demnach überzeugt das musikalische Niveau des Albums voll und ganz, auch wenn ein wenig mehr Distanz zu den bisherigen De-Phazz-Produktionen sicher nicht geschadet hätte. Denn die Abwechslung fehlt. Nicht auf dem Longplayer selbst, denn jeder Song ist für einen anderen Tanzstil geeignet: Von „Mayday – Payday“ als Pasodoble bis hin zum groovenden „Love Antique“ als Slow Fox ist so ziemlich alles dabei, was die Parkettböden deutscher Tanzschulen zum Vibrieren bringt. Aber „Economic Poetry“ könnte auch gut als neues De-Phazz-Album durchgehen – und da hätte ein bisschen mehr Innovation gut getan. Definitiv reizvoll ist aber die zarte Stimme von Sandie Wollasch, die ein kleines Stück unter Kate Bush angesiedelt ist und die verschiedenen Tempi der Songs locker mitgehen kann.

Für Fans von Pit Baumgartners Sound ist „Economic Poetry“ sicher ein echtes Muss. Allen, die noch keine seiner Produktionen ihr Eigen nennen und dem ambitionierten Lounge-Sound des Albums nicht abgeneigt sind, haben ab 28. Januar 2011 die Chance, ihre Plattensammlung um das Genre „Next Door Pop“ zu erweitern.